Rubrik-Archiv „Allgemein“

Journalistische Kernschmelze

02.11.2011 Allgemein Kommentieren

Ist es einem Missverständnis, Unwissenheit oder dem üblichen Sensationsjournalismus geschuldet, dass die Hinweise auf unkontrolliert ablaufende Kernspaltungen in den Nachrichten sprachlich wie eine kurz bevorstehende Kernschmelze verkauft werden? In vielen der Artikel und Beiträge zu den aktuellen Geschehnissen innerhalb der Reaktorgebäude von Fukushima läuft so einiges daneben. Zwar sind unkontrolliert ablaufende Kernreaktionen innerhalb eines Atomkraftwerks alles andere als beruhigend, aber den Unterschied zwischen Kernspaltung und Kernschmelze sollten, dem seriösen Journalismus verschriebene Autoren, auch ohne Physikstudium sprachlich und inhaltlich ein wenig besser herausarbeiten können.

Stellungnahme des Innenministers zum Bundestrojaner

09.10.2011 Allgemein, Netz und Web Kommentieren

Nach ausführlicher Beratung mit seinem Amtsvorgänger gab der Bundesinnenminister eine erste kurze Stellungnahme zu den Bundestrojaner-Analyseergebnissen des CCC:

„Irgendwelche Hacker mögen immer irgendwas hacken können!“

Sicherheitspolitischer Tauschhandel

07.04.2011 Allgemein Kommentieren

Wie glaubwürdig ist eigentlich Politik, wenn eine alternativlose™ sicherheitspolitische Maßnahme ohne die, ein wahres Sodom und Gomorra auf Erden in Deutschland droht, als Währung eines Tauschhandels gegen eine andere alternativlose™ sicherheitspolitische Maßnahme dient, ohne deren Durchsetzung die Reiter der Apokalypse quasi schon ihre Pferde satteln?

Wenn die Rechtschreibprüfung besser falsch liegen sollte

13.03.2011 Allgemein Kommentieren

Mit deutschem Wörterbuch schlägt Hunspell vor, das Wort „Fukushima“ in „Hiroshima“ zu ändern.

Rechtschreibprüfung: Fukushima

Bei derartig makaberen Korrekturvorschlägen, möchte man einfach, dass die Rechtschreibprüfung lediglich das Wort nicht kennt und nicht plötzlich prophetische Fähigkeiten erlangt hat.

Monopoly strikes back

16.02.2011 Allgemein, Linux Kommentieren

Rund sieben Jahre nachdem die Europäische Kommission erstmals wettbewerbswidriges Verhalten seitens Microsoft festgestellt und in der Zwischenzeit Strafzahlungen in Höhe von 1,68 Milliarden Euro verhängt hat, muss man sich jetzt in Deutschland beim Auswärtige Amt eingestehen, dass man sich trotz vorbildlichen Einsatzes von Alternativsoftware, immer noch nicht aus den Abhängigkeiten vom Monopolisten befreien kann … oder will?

Fressbrett

17.12.2010 Allgemein Kommentieren
Fressbrett 1

Fressbrett 2

Vanille, Schoko und auch Erdbeer

22.10.2010 Allgemein Kommentieren

Vanilleeis gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Schokoladeneis gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere vanillig-schokoladige Geschichte. Aber Erdbeereis gehört inzwischen auch zu Deutschland.

Läge der Tag der deutschen Einheit in den Sommermonaten, hätte der Bundespräsident sicher diesen wichtigen Aspekt des Lebens herausgegriffen.

Juristic Park – The Lost Market

10.09.2010 Allgemein Kommentieren

Eine Gruppe verrückter Lobbyisten versucht im Auftrag eines geheimen Unternehmensnetzwerkes ein Biotop juristischen Feuchttraumklimas zur Aufzucht vom Aussterben bedrohter Urzeitmonster zu erschaffen. Mit Hilfe korrupter Politiker, soll – gegen den Widerstand Tausender – durch gezielte Manipulationen eine Neudefinition der Marktmechanismen geschaffen werden. Als man merkt, dass durch die Errichtung der restriktiven Rahmenbedingungen (Leistungsschutzrechte, ACTA, Softwarepatente etc.) das filigrane Gleichgewicht des Ökosystems aus den Fugen gerät, ist es auch schon zu spät. Durch die einseitige Ausrichtung der Bedingungen zugunsten der Riesensaurier lässt sich die Ausrottung der mannigfaltigen Mikrofauna nicht mehr aufhalten – das System kollabiert. Schließlich zollt der, an fetthaltige Nahrung gewöhnte, Metabolismus seinen Tribut und die archaischen Monster erliegen der Kalorienarmut der verbleibenden Nahrung und der Monotonie ihres tristen Daseins.

Kritik

Was anfangs wie ein feinsinniger und spannender Thriller daherkommt, entpuppt sich schnell als widerwärtiger Splatterstreifen. Scheinen die intelligenten Argumentationen des Widerstands anfänglich noch eine spannende Wendung zu versprechen, offenbart die plumpe Fehlinterpretation des Begriffs „Marktversagen“ durch die Gegenseite, die konzeptionellen Schwächen des Drehbuchs. Als Zuschauer möchte man die, in Anbetracht des absehbaren Ausgangs langweiligen, repetitiven Äußerungen der leihenhaft dargestellten Unternehmens- und Behördensprecher am liebsten überspringen. Zwar wünscht man sich am Ende einerseits eine Fortsetzung, die darstellt wie die Gerechtigkeit den Irrsinn besiegt, auf der anderen Seite bleiben jedoch die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Gezeigten und man ist froh wenn das Drama endlich ein Ende hat.

Was haben ein U-Boot und das iPad gemeinsam?

29.03.2010 Allgemein, Netz und Web 3 Kommentare

Seitdem Steve auf der Keynote Ende Januar 2010 den Netbooks bescheinigt hat, dass sie die von ihnen geschaffene Nische schlechter ausfüllen, als es das iPad tun wird, führt Sascha im Netbooknews-Blog einen vehementen Kreuzzug gegen diese Behauptung, das Gerät, die Firma und ihren charismatischen Chef.

Zwischenzeitlich war ich mir sicher, dass es nur eine clevere Strategie des Netbooknews-Machers ist, im wesentlichen die negativen Aspekte rund um das iPad zu beleuchten um mit der Provokation der euphorisierten Massen Aufmerksamkeit und Traffic zu generieren. Zum einen darf man das vom Betreiber eines der – wenn nicht sogar dem – in finanzieller Hinsicht erfolgreichsten deutschen Blogs erwarten. Andererseits kann man auch nicht erwarten, dass er ein Produkt lobt, dass den Objekten seiner Berichterstattung die Daseinsberechtigung absrechen will. Zwar betont er in nahezu jedem der über zwanzig Artikel zum iPad, dass er einen kritischen – teilweise auch ironischen – Gegenpol zu der medialen iPad-Manie und den zahlreichen Lobhudeleien bieten will, allerdings lassen mich die teilweise recht harschen Reaktionen auf kritische Kommentare zu seinen Artikeln immer wieder an dem vermeintlich strategischen Vorgehen zweifeln. Immer wieder macht es den Eindruck, dass hier jemand genauso emotional bei der Sache ist, wie die Fangemeinde des magischen Gerätes aus Cupertino.

Der aktuellste Beitrag aus der Sascha-vs-Steve-Story greift einen Artikel von Laptopmag.com auf und kommt zum weisen Schluss, dass „man beide Plattformen nicht wirklich miteinander vergleichen kann“. Richtig, das iPad ist eben nur ein Couch-Gadget (zumindest was die erste Generation angeht) und Netbooks sind tatsächlich ultramobile Computer. Fragt sich, warum Sascha dennoch Angst hat, wenn sich Steve bis jetzt irrt, wenn er behauptet U-Boote wären die besseren Mähdrescher.

Der geneigte Leser fragt sich jetzt sicher, was das Ganze mit U-Booten und Mähdreschern zu tun hat. Ganz einfach, der Vergleich „Netbook vs. iPad“ ist meiner Meinung nach zur Zeit genauso zu beantworten wie die folgende Kinderfrage:

Was ist besser? Ein Mähdrescher oder ein U-Boot?

User-Agents und Konsumverhalten

04.03.2010 Allgemein Kommentieren

Wer hinter der Überschrift eine detaillierte wissenschaftliche Abhandlung über den Zusammenhang zwischen Browsernutzung und dem Kaufverhalten in Onlineshops vermutet hat, wird vermutlich etwas enttäuscht.

Der eine oder andere dürfte Kunde bei dem als Buchhändler gestarteten Online-Versandhändler sein, der unter anderem auch für die detaillierte Auswertung des Kaufverhaltens bekannt ist. Dass die „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“-Funktion manchmal gesellschaftskritische Züge annehmen kann, zeigt sich bei der Betrachtung diverser amerikanischer Sportgeräte, namentlich Baseballschläger.
Jenseits dieser Kuriositäten bringt die Funktion zwar oft genug hilfreiche Anregungen hervor und auch die Empfehlungsmails halten hin und wieder brauchbare Buchtipps bereit. Allerdings dürfte das Unternehmen damit dem erweiterten Kreis derer angehören, auf die sich die erst kürzlich geäußerte – angesichts Vorratsdatenspeicherung und ELENA allerdings doppelzüngig wirkende – Kritik von Bundesverbraucherschutzministerin und Bundesinnenminister bezieht.

Okay, eigentlich hätte ich an dieser Stelle auf die Kritik echter Datenschützer hinweisen sollen, aber es macht sich doch immer ganz gut den Bezug zu einem aktuellen Thema herzustellen.

So umfangreich die Datensammlung und -auswertung des Online-Versandhändlers jedoch wirkt, sie scheint auch ihre Grenzen zu haben. Eine kürzlich erhaltene Empfehlungsmail zeigt mir, dass man bei der Auswertung des Konsumverhaltens keinen Bezug zwischen dem User-Agent und den Interessen des Kunden herstellt. Andererseits hätte man vielleicht festgestellt, dass ich vermutlich äußerst wenig Interesse an dem mir vorgeschlagenen Buch „Windows 7 Home Premium Tricks: Kompakt, komplett, kompetent“ von Günter Born haben dürfte. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, in den letzten zwei Jahren mit meiner virtuellen Windows-Test-Maschine ein Buch bestellt zu haben. Vielleicht ist aber das ausschließliche Auftreten von Linux und Mac OS im User-Agent-String für Marketingexperten noch kein Hinweis auf die Betriebssystempräferenzen. Außerdem könnte ich ja wieder umsteigen wollen. Hahaha … der war gut.

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