Juristic Park – The Lost Market

10.09.2010 Allgemein Kommentieren

Eine Gruppe verrückter Lobbyisten versucht im Auftrag eines geheimen Unternehmensnetzwerkes ein Biotop juristischen Feuchttraumklimas zur Aufzucht vom Aussterben bedrohter Urzeitmonster zu erschaffen. Mit Hilfe korrupter Politiker, soll – gegen den Widerstand Tausender – durch gezielte Manipulationen eine Neudefinition der Marktmechanismen geschaffen werden. Als man merkt, dass durch die Errichtung der restriktiven Rahmenbedingungen (Leistungsschutzrechte, ACTA, Softwarepatente etc.) das filigrane Gleichgewicht des Ökosystems aus den Fugen gerät, ist es auch schon zu spät. Durch die einseitige Ausrichtung der Bedingungen zugunsten der Riesensaurier lässt sich die Ausrottung der mannigfaltigen Mikrofauna nicht mehr aufhalten – das System kollabiert. Schließlich zollt der, an fetthaltige Nahrung gewöhnte, Metabolismus seinen Tribut und die archaischen Monster erliegen der Kalorienarmut der verbleibenden Nahrung und der Monotonie ihres tristen Daseins.

Kritik

Was anfangs wie ein feinsinniger und spannender Thriller daherkommt, entpuppt sich schnell als widerwärtiger Splatterstreifen. Scheinen die intelligenten Argumentationen des Widerstands anfänglich noch eine spannende Wendung zu versprechen, offenbart die plumpe Fehlinterpretation des Begriffs „Marktversagen“ durch die Gegenseite, die konzeptionellen Schwächen des Drehbuchs. Als Zuschauer möchte man die, in Anbetracht des absehbaren Ausgangs langweiligen, repetitiven Äußerungen der leihenhaft dargestellten Unternehmens- und Behördensprecher am liebsten überspringen. Zwar wünscht man sich am Ende einerseits eine Fortsetzung, die darstellt wie die Gerechtigkeit den Irrsinn besiegt, auf der anderen Seite bleiben jedoch die Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Gezeigten und man ist froh wenn das Drama endlich ein Ende hat.

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