Möchte man ein Verzeichnis – zum Beispiel ein einfaches Administrationsmenü – mit einem Passwortschutz versehen ohne dabei eine überdimensionierte ACL zu bemühen, bieten sich die meist mitgelieferten Möglichkeiten des Apache-HTTP-Servers an. Allerdings ist es durch den Einsatz von CMS, Frameworks und mod_rewrite mittlerweile fast der Regelfall, dass vermeintliche Verzeichnishierarchien im URL nicht mit einer „physischen“ Verzeichnisstruktur im Dateisystem des HTTP-Servers korrespondieren und somit nicht möglich einfach eine entsprechende .htaccess-Datei in ein Verzeichnis zu legen. Wie man einen derartigen Passwortschutz dennoch relativ einfach realisiert, möchte ich nachfolgend kurz beschreiben.
Der gute alte Passwortschutz
Möchte man den URL http://example.com/admin/ mit einem Passwortschutz versehen und das Verzeichnis existiert tatsächlich im Dateisystem, reicht es eine .htaccess-Datei mit dem folgenden Inhalt in diesem Verzeichnis anzulegen (Vorausgesetzt eine entsprechende Passwort-Datei existiert):
AuthType Basic
AuthName "Anmeldung erforderlich"
AuthUserFile /Pfad/zu/Passwort-Datei
Require valid-user
Dies ist eine leichte Übung und die Vorgehensweise lässt sich auch in der Dokumentation des Apache-HTTP-Servers nachlesen.
Zugriffs-URI-basierter Passwortschutz
Gibt es das vermeintliche Verzeichnis allerdings gar nicht im Dateisystem, sondern existiert dieses nur in Rewriting-Regeln, dann fehlt schlichtweg der Ort um die entsprechende .htaccess-Datei abzulegen. Dies ist aber auch nicht zwingend notwendig, da man den Apachen mithilfe des Moduls SetEnvIf trotzdem dazu überreden kann, das „Geisterverzeichnis“ über die Abfrage von Zugangsdaten zu schützen. Dazu legt man eine .htaccess-Datei mit dem folgenden Inhalt im Wurzelverzeichnis an, auf das http://example.com zeigt, bzw. ergänzt die gegebenenfalls schon Vorhandene:
AuthType Basic
AuthName "Anmeldung erforderlich"
AuthUserFile /Pfad/zu/Passwort-Datei
Require valid-user
SetEnvIf Request_URI "/admin" req_auth=1
Order Allow,Deny
Allow from all
Deny from env=req_auth
Satisfy any
Über die SetEnvIf-Direktive weist man den HTTP-Server zunächst dazu an, die Umgebungsvariable req_auth (diese kann auch anders genannt werden) zu setzen, sofern der Zugriffs-URI „/admin“ lautet. Im weiteren erlaubt man nun jedem den Zugriff (durch das Ablegen der .htaccess im Wurzelverzeichnis hätten wir sonst den Zugriff auf die komplette Website unterbunden) und verbietet den Zugriff, sofern die Umgebungsvariable req_auth gesetzt ist. Mit der abschließenden Satisfy-Direktive wird dafür gesorgt, dass es reicht, dass eine der beiden Bedingungen (req_auth nicht gesetzt oder angemeldeter Benutzer) erfüllt ist. Fertig. Freuen.
Nach aktuellen „Forschungsergebnissen“ der illustren SEO-Gemeinde wird es wahrscheinlich nicht unbedingt als optimal angesehen externe Links zu setzen, basierend auf meiner eigenen subjektiven Erfahrung, habe ich allerdings den Eindruck, dass es sich durchaus positiv auf das Surferlebnis und damit die Nutzerzufriedenheit auswirkt, wenn verlinkte Produktbezeichnungen oder Firmennamen auch tatsächlich zu der erwarteten externen Webseite führen.
Schaue ich mir beispielsweise diesen Golem-Artikel über Diaspora an, dann rechne ich eigentlich nicht damit, dass die ersten Nennungen von Facebook und Diaspora mit sogenannten „Specials“ zu diesen Begriffen verlinkt sind. Gerade bei einem Artikel zu einem Projekt, das der Inselwirtschaft sozialer „Netzwerke“ den Kampf ansagen will, wirkt eine derartige interne Verlinkung fast verstörend. Ein noch extremeres Beispiel ist das ansonsten wirklich umfangreiche und informative Handyportal inside-handy.de. Hier scheinen externe Links in den Artikeln völlig tabu zu sein.
Vermutlich ist es sogar kontraproduktiv für die Nutzerbindung, wenn der interessierte Leser einen kurzen Blick auf das betreffende Produkt, Projekt etc. werfen will, bevor er den Artikel weiter liest, sich dazu aber einer Suchmaschine bedienen muss, weil der vermeintliche externe Link eigentlich nur Suchmaschinenfutter ist. Denn hat der Leser erst einmal diverse Suchergebnisse zum Thema unter dem Mauszeiger, kann es ebenso gut sein, dass er sich die Informationen an anderer Stelle holt.
Wenn der eigentlich Artikel gut ist, dann erzielen die Links zu eigenen verwandten Themen auch am Ende des Textes ihre Wirkung. Eine Webpublikation mit journalistischem Anspruch, die Angst hat durch einen relevanten externen Link am Anfang seines Artikels den Leser zu verlieren, macht vermutlich ohnehin irgendetwas falsch.
Seitdem Steve auf der Keynote Ende Januar 2010 den Netbooks bescheinigt hat, dass sie die von ihnen geschaffene Nische schlechter ausfüllen, als es das iPad tun wird, führt Sascha im Netbooknews-Blog einen vehementen Kreuzzug gegen diese Behauptung, das Gerät, die Firma und ihren charismatischen Chef.
Zwischenzeitlich war ich mir sicher, dass es nur eine clevere Strategie des Netbooknews-Machers ist, im wesentlichen die negativen Aspekte rund um das iPad zu beleuchten um mit der Provokation der euphorisierten Massen Aufmerksamkeit und Traffic zu generieren. Zum einen darf man das vom Betreiber eines der – wenn nicht sogar dem – in finanzieller Hinsicht erfolgreichsten deutschen Blogs erwarten. Andererseits kann man auch nicht erwarten, dass er ein Produkt lobt, dass den Objekten seiner Berichterstattung die Daseinsberechtigung absrechen will. Zwar betont er in nahezu jedem der über zwanzig Artikel zum iPad, dass er einen kritischen – teilweise auch ironischen – Gegenpol zu der medialen iPad-Manie und den zahlreichen Lobhudeleien bieten will, allerdings lassen mich die teilweise recht harschen Reaktionen auf kritische Kommentare zu seinen Artikeln immer wieder an dem vermeintlich strategischen Vorgehen zweifeln. Immer wieder macht es den Eindruck, dass hier jemand genauso emotional bei der Sache ist, wie die Fangemeinde des magischen Gerätes aus Cupertino.
Der aktuellste Beitrag aus der Sascha-vs-Steve-Story greift einen Artikel von Laptopmag.com auf und kommt zum weisen Schluss, dass „man beide Plattformen nicht wirklich miteinander vergleichen kann“. Richtig, das iPad ist eben nur ein Couch-Gadget (zumindest was die erste Generation angeht) und Netbooks sind tatsächlich ultramobile Computer. Fragt sich, warum Sascha dennoch Angst hat, wenn sich Steve bis jetzt irrt, wenn er behauptet U-Boote wären die besseren Mähdrescher.
Der geneigte Leser fragt sich jetzt sicher, was das Ganze mit U-Booten und Mähdreschern zu tun hat. Ganz einfach, der Vergleich „Netbook vs. iPad“ ist meiner Meinung nach zur Zeit genauso zu beantworten wie die folgende Kinderfrage:
Was ist besser? Ein Mähdrescher oder ein U-Boot?
Wer hinter der Überschrift eine detaillierte wissenschaftliche Abhandlung über den Zusammenhang zwischen Browsernutzung und dem Kaufverhalten in Onlineshops vermutet hat, wird vermutlich etwas enttäuscht.
Der eine oder andere dürfte Kunde bei dem als Buchhändler gestarteten Online-Versandhändler sein, der unter anderem auch für die detaillierte Auswertung des Kaufverhaltens bekannt ist. Dass die „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“-Funktion manchmal gesellschaftskritische Züge annehmen kann, zeigt sich bei der Betrachtung diverser amerikanischer Sportgeräte, namentlich Baseballschläger.
Jenseits dieser Kuriositäten bringt die Funktion zwar oft genug hilfreiche Anregungen hervor und auch die Empfehlungsmails halten hin und wieder brauchbare Buchtipps bereit. Allerdings dürfte das Unternehmen damit dem erweiterten Kreis derer angehören, auf die sich die erst kürzlich geäußerte – angesichts Vorratsdatenspeicherung und ELENA allerdings doppelzüngig wirkende – Kritik von Bundesverbraucherschutzministerin und Bundesinnenminister bezieht.
Okay, eigentlich hätte ich an dieser Stelle auf die Kritik echter Datenschützer hinweisen sollen, aber es macht sich doch immer ganz gut den Bezug zu einem aktuellen Thema herzustellen.
So umfangreich die Datensammlung und -auswertung des Online-Versandhändlers jedoch wirkt, sie scheint auch ihre Grenzen zu haben. Eine kürzlich erhaltene Empfehlungsmail zeigt mir, dass man bei der Auswertung des Konsumverhaltens keinen Bezug zwischen dem User-Agent und den Interessen des Kunden herstellt. Andererseits hätte man vielleicht festgestellt, dass ich vermutlich äußerst wenig Interesse an dem mir vorgeschlagenen Buch „Windows 7 Home Premium Tricks: Kompakt, komplett, kompetent“ von Günter Born haben dürfte. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, in den letzten zwei Jahren mit meiner virtuellen Windows-Test-Maschine ein Buch bestellt zu haben. Vielleicht ist aber das ausschließliche Auftreten von Linux und Mac OS im User-Agent-String für Marketingexperten noch kein Hinweis auf die Betriebssystempräferenzen. Außerdem könnte ich ja wieder umsteigen wollen. Hahaha … der war gut.
Wer kommt denn bitte auf die Idee, dass sich Eltern um die Erziehung und den Schutz ihrer Kinder kümmern müssten? Dafür sollte doch lieber der Staat die grobe Keule schwingen und vorsichtshalber die Freiheit aller „ein wenig“ einschränken.
Was den Urhebern des Entwurfs des überarbeiteten Jugendmedienschutz-Staatsvertrages durch den Kopf gegangen oder eher in rauen Mengen durch die Kehle geflossen ist, möchte man sich gar nicht vorstellen.
Mit Sicherheit ist das alles gut gemeint und man hat ja nur den Schutz der Kinder im Sinn. Liest man ein wenig in dem Entwurf, gewinnt man allerdings den Eindruck, dass es in Zukunft weniger juristische Konsequenzen haben wird, an einem Samstagnachmittag sturzbetrunken mit einem gestohlenen Panzer durch eine Fußgängerzone zu rasen, als einen privaten Blog mit eingeschalteter Kommentarfunktion zu betreiben.
Sollte der JMStV in dieser Form zustande kommen, dürfte einem wohl kein ISP oder Webhoster erlauben Inhalte ins Netz zu stellen, wenn man nicht ein einschlägiges Jurastudium vorweisen kann. Also Jura studieren und Kinder schützen!
Diesem zurecht besorgten Aufruf von Peter folgend, möchte ich auch auf die Stellungnahme des AK-Zensur hinweisen.
Angeregt durch die Zusendung einer E-Mail, habe ich eine Analyse des intellektuellen Niveaus von Konsumenten englischsprachigen (nord-amerikanischen) und deutschen Sprechgesangs durchgeführt.
Grundsätzliche Vorgehensweise
Ausgehend von der Annahme, dass sprachliche Fähigkeiten und die Art der Verwendung von Sprache ein Hinweis auf die intellektuellen Leistungsfähigkeiten liefern, wurden die Nutzerkommentare eines englischsprachigen (Gruppe A) und deutschsprachigen Musikvideos (Gruppe B) näher betrachtet.
Auswahl der Probanden
Die Zuordnung der Probanden resultiert per se durch die Versuchsanordnung. Bei der Auswahl der Videos wurde insbesondere darauf geachtet, dass sie sich thematisch in einem gleichen Feld bewegen, um eine Verfälschung der Untersuchungsergebnisse weitgehend auszuschließen. Gruppe A kommentierte das Video „Fear the Boom and Bust“ – Hayek vs. Keynes [1] und die Probanden der Gruppe B kommentierten „Fuffies im Club“ – Sido [2]. In beiden Fällen handelt es sich um ökonomische und monetäre Betrachtungen, mit einem starken Schwerpunkt auf soziale und politische Auswirkungen wirtschaftlichen Handelns.
Für ein besseres Verständnis seit dem Leser an dieser Stelle empfohlen beide Videos und die dazugehörigen Kommentare aufmerksam zu betrachten.
Ergebnis und Fazit
Die Kommentare der Probanden aus Gruppe A waren im Durchschnitt länger und wiesen einen signifikant komplexeren Satzbau auf. In den Kommentare aus Gruppe B war hingegen häufiger die Verwendung sexualisierter Pejorative festzustellen. Darüber hinaus setzen sich die Kommentare weniger intensiv mit dem Inhalt des jeweiligen Songs auseinander, als die der Gruppe A. Auffallend ist auch, dass die Probanden der Gruppe B verstärkt zur ornamentartigen Ausschmückung ihrer Kommentare mit Satz- und Schriftzeichen neigen, wohingegen dies bei Gruppe A nicht festzustellen ist.
Abschließend lässt sich feststellen, dass die Untersuchung trotz der geringen Stichprobengröße eine klaren Hinweis auf eine intellektuelle Überlegenheit der Konsumenten englischsprachigen Sprechgesangs aufzeigt.
[1] Hayek vs. Keynes: Fear the Boom and Bust.
URL: http://www.youtube.com/watch?v=d0nERTFo-Sk (Abruf am 4. Februar 2010).
[2] Sido: Fuffies im Club.
URL: http://www.youtube.com/watch?v=EOzgTemWdbA (Abruf am 4. Februar 2010).
Wenn Du mit Vollgas auf dem „Highway der verpassten Gelegenheiten“ unterwegs bist, solltest Du einfach nicht in den Rückspiegel schauen.
Sollte man auf jeden Fall beherzigen, wenn man wieder einmal über ein Start-Up liest, das einen Haufen Geld mit einer Idee verdient, die man Jahre zuvor für zu trivial gehalten hatte, um ernsthaft an ihrer Umsetzung zu arbeiten.
Alles hatte zwischen den Feiertagen des Jahres 2009 seinen Anfang genommen. Die Eindrücke der gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen ließen Bill einfach keine Ruhe. Immer wieder stellte er sich die Frage „Was kann meine Firma für die Umwelt tun?“ Zwar hatte er sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, aber warum sollte nur seine Stiftung, nicht auch der von ihm gegründete Weltkonzern, Gutes tun?
Nachdem er sich einige Wochen in seine Garage zurückgezogen hatte (Bill hatte gehört, dass sich Garagen in den zurückliegenden Jahrzehnten als Ort der Inspiration erwiesen hatten), war ein Plan geboren. Sein Vorhaben würde zum einen der Umwelt dienen und sorgte somit für ein positiveres Image und zum anderen würde ein Geschäftszweig wiederbelebt, der einst prosperierte, zwischenzeitlich unterschätzt und vernachlässigen wurde, mittlerweile aber wieder massiv an Wichtigkeit gewonnen hatte. Sofort rief er den Mann an, der nun bereits seit 10 Jahren die Geschicke seiner Firma lenkte.
Nach einem anstrengenden Auftritt bei einer Entwicklerkonferenz, der ihn, dank des Fitnesstrainings, nicht mehr ganz so sehr körperlich mitgenommen hatte wie in den Jahren zuvor, nahm Steve B. das Telefon mit dem sauber entfernten Apfellogo aus seiner Jackentasche. Sofort fiel ihm die SMS von Bill auf, deren Inhalt später so legendär werden sollte, wie Aussprüche von Präsidenten, Astronauten und Nobelpreisträgern. „Steve, ich muss dringend mit Dir sprechen … Wir müssen die Welt retten. Komm sofort in meine Garage!“ Sofort stieg Steve in seinen Privatjet und flog nach Seattle. In der Auffahrt zu Bills Haus traf er Melinda, die gerade den zehn Zentimetern Neuschnee aus der vergangenen Nacht mit einer Aufsitzschneefräse zu Leibe rückte. „Hallo Melinda. Ist Jorge krank oder warum kümmerst Du Dich heute um den Schnee?“ „Steve, schön Dich zu sehen. Jorge ist nicht krank, er ist jetzt nur noch jeden zweiten Tag da. Bill meint, dass wir das Geld demnächst noch für sein neues Projekt brauchen werden. Am besten gehst Du gleich zu ihm, er verlässt schon seit Wochen die Garage nur wenn der Pizzabote am Tor klingelt.“
Drei Stunden und etliche von Melindas berühmten selbst gemachten Zitronenlimonaden später.
„Und Du sagst, das alles ist Dir eingefallen, als Du mit Deinem ausrangierten Notebook, das Du hier in der Garage gefunden hast, einen Artikel über den Stromverbrauch des Internets gelesen hast?“ „Ja genau. Es war noch unser Browser aus dem Jahr 2001 installiert und dann hatte ich beim Lesen den Eindruck, dass Teile des Texts fehlen würden, die aber beim Scrollen plötzlich wieder erschienen. Interessant wurde es dann, als ich diesen Open Source Browser benutzt habe, den der Nachbarsjunge auf dem Notebook installiert hat, als ich es ihm vor einigen Jahren einmal geliehen hatte. Hier sah alles völlig normal aus, wie man es erwartet.“
Steve ging einige Male nervös in der Garage auf und ab. Hatte Bill den Verstand verloren als er sich in den letzten Wochen mit diesem gefährlichen Zeug beschäftigt hatte oder was war mit seinem alten Freund los? „Aber Bill, ich verstehe nicht, was das alles mit der Umwelt und unserem Image zu tun hat.“ Bill deutet mit einer Geste an, dass Steve sich zu ihm vor den Bildschirm des antiquierten Geräts setzen solle. „Es steht alles hier im Web. Siehst Du? Hier! Hier und hier.“ „Was genau meinst Du Bill? Das sind alles Tipps, wie man moderne Webseiten auch mit den älteren Modellen unseres Browsers vernünftig darstellen kann. Das ist doch super, einige Tipps verwenden wir doch auch mit Rücksicht auf die Abteilung, die noch unser altes Intranet nutzen muss.“
In seinem Augenwinkel zuckte ein kleiner Muskel, wie er es immer Tat, wenn Bill eine brillante Idee hatte. „Verstehst Du nicht? Wir sind schuld daran, dass all diese Tricks existieren und in Millionen von Webseiten eingebaut sind. Webmaster auf der ganzen Welt verbringen Stunden damit diese Macken zu beheben. Server senden täglich Terabytes an Daten um den Globus, die einzig dazu da sind veraltete Software weiterhin benutzbar zu halten. Das alles kostet Strom und dessen Produktion verursacht CO2-Ausstoß.“ „Ach Du meinst wir sollte in die Erforschung umweltfreundlicher Technologien zur Stromerzeugung investieren?“ Bill schaute etwas enttäuscht, als er bemerkte, dass Steve noch immer nicht den Kern seines Planes erkannt hatte. „Nein Steve. Wir werden dafür sorgen, dass kein Benutzer mehr mit einem alten Browser unterwegs ist, dass kein Unternehmen aus Rücksicht auf sein Legacy-Intranet bei einem veralteten Stück Software verharren muss, dass kein Webdesigner Zeit und Strom verschwendet um irgendwelche Tricks und Hacks für eine antiquierte Technik zu implementieren und dass nicht weiter Terabytes nutzloser Daten durch die Datenleitungen dümpeln um Relikte des vergangenen Jahrzehnts in eine völlig andere technische Realität hinüberzuretten.“
Der Rest ist Geschichte: Bill hatte während der Wochen in seiner Garage, einen Wurm entwickelt, der – unter Ausnutzung einer Backdoor – sämtliche veralteten Browser nutzlos werden ließ. Zur gleichen Zeit hatte Steve veranlasst, dass in Redmond eine neue Version des Browsers entwickelt wurde, die im Hinblick auf Standards und Komfort nahezu mit der Konkurrenz gleichziehen konnte. Das Resultat dieses von verschiedenen Seiten als „Angriff auf die Souveränität des Anwenders“ bezeichneten Coups war, dass der Traffic und damit der Stromverbrauch, welcher durch Browserhacks verursacht wurde, in den Folgemonaten signifikant sank.
Wesentlich bedeutungsvoller waren allerdings die Nebeneffekte, die sich ausgehend von den technischen Möglichkeiten des Webs über einen Wandel in der Informationsverbreitung, -wahrnehmung und -verarbeitung auf ökonomische, soziale, kulturelle und interkulturelle Aspekte aller Gesellschaften auswirkten.
Bill mochte es nicht, wenn man ihm großspurig für den Weltfrieden dankte. So war seine Rede auch sehr bescheiden und zurückhaltend, als man ihm nach einigem Zögern den Friedensnobelpreis verlieh (man hatte in der Vergangenheit schlechte Erfahrung bei der vorschnellen Verleihung an einen US-Präsidenten gemacht). Melinda konnte sich wieder anderen Aufgaben widmen, denn man hatte weniger Geld für Bills Plan gebraucht als angenommen. Steve führte weiterhin die Geschäfte des Softwarekonzerns, widmete sich aber mehr und mehr der wissenschaftlichen Ausarbeitung seines Managementkonzepts, bei dem es im wesentlichen darum ging, dass der Chef sich auf öffentlichen Veranstaltungen zum Affen macht. Jorge war übrigens in seine mexikanische Heimat zurückgekehrt, da das mittelamerikanische Land einen massiven Aufschwung verzeichnen konnte. Die Arbeiten die auf Bills und Melindas Grundstück anfielen übernahmen seitdem Webworker, die massiv an Arbeitszeit und Entspanntheit gewonnen hatten, weil sie nun keine Browserhacks mehr implementieren mussten.
Die Welt lebte fortan glücklich und in Frieden … bis zu dem Tag, als der Bau einer intergalaktische Umgehungsstraße ihr ein jähes Ende setze.
Jede Ähnlichkeit mit realen Personen oder Handlungen sofern vorhanden, ist rein zufällig.
Saubere URLs gehören längst zum guten Ton. Zwar werden diese vom „Otto-Normal-Nutzer“ während des Surfens meist gar nicht wahrgenommen, der Vorteil von:
http://www.example.com/de/products/productname-12/details gegenüber:
http://www.example.com/index.php?section=products&show=details&id=12&lang=de wird aber spätestens bei der Verwendung in E-Mails, SMS oder auf Papier deutlich. Selbst dem ein oder anderen Internetausdrucker dürfte hierbei auffallen, dass es eben auf die Länge und die Technik ankommt.
Neben rein ästhetischen und die Optimierung für Benutzer und Suchmaschinen betreffenden Aspekten können saubere URLs auch einen gewissen – wenn auch geringen – Sicherheitsvorteil gegenüber Ihrem Pendant im 90er-Jahre-Stil bieten. Letzterer liefert gegebenenfalls schneller Informationen über den internen Aufbau der Web-Applikation und bietet somit einen zusätzlich Ansatzpunkt für Angriffe, sofern entsprechende Schwachstellen in der Anwendung existieren. So könnte, hinter den oben genannten Beispiel-URLs die gleiche Anwendung laufen, allerdings geht nur aus der zweiten Adresse hervor, dass es sich um eine PHP-Anwendung handelt (Das Wissen über die verwendete Skript- oder Programmiersprache ermöglicht unter Umständen grundlegende Annahmen über den Aufbau der Applikation und könnte daher für einen Angriff relevant sein.). Darüber hinaus offenbart die zweite URL-Adresse über die GET-Parameter gegebenenfalls die Namen der verwendeten Variablen und zum Teil auch deren Funktion innerhalb der Applikation. Sofern im ersten Beispiel die expose_php-Direktive in der php.ini deaktiviert ist, lässt sich ohne Weiteres nicht herausfinden, dass PHP im Spiel ist und ein Rückschluss auf Variablennamen ist nicht möglich.
Sicherlich handelt es sich hierbei nur um „Securiy through obscurity“ und den Daten die vom Benutzer kommen – also neben Cookies und POST-Daten auch den GET-Parametern – sollte man grundsätzlich mit dem nötigen Misstrauen begegnen. Eine zusätzlich Hürde für potentielle Angreifer kann jedoch nie schaden.
Nach diesem mehr oder weniger allgemeinen Vorgeplänkel, schneidet der zweite und letzte Teil der Kurzreihe mögliche Sicherheitsvorteile bei der Verwendung von mod_rewrite im Gegensatz zu einer PHP-Rewrite-Engine an und setzt sich mit der Frage auseinander, an welcher Stelle in der Webapplikation das Umschreiben der URL denn eigentlich stattfinden sollte.
Grade was die Bearbeitungen von Textdateien angeht, gibt es wohl kaum etwas, was man nicht mit einem mehr oder weniger einfachen Shell-Befehl erledigen könnte. Wenn man allerdings erst nach dem Durchbruch der grafischen Benutzeroberfläche die Vorteile von Linux zu schätzen gelernt hat (also wie ich, noch nicht alle der gefühlt fünf Milliarden Befehle kennt), fällt einem auch oft genug nicht sofort das passende Suchwort ein, welches zum entsprechenden Befehl und dessen Beschreibung in den manpages führt. Gut, wenn man nach erfolgreicher Suche die Beschreibung dann für später einfach in seinem Blog ablegt.
NAME
fold - Jede Eingabezeile an bestimmter Stelle umbrechen
ÜBERSICHT
fold [OPTION]... [DATEI]...
BESCHREIBUNG
Brich Eingabezeilen jeder DATEI um (Voreinstellung
Standardeingabe), gib das Ergebnis auf Standardausgabe
aus.
-b, --bytes
zähle Bytes anstatt Spalten
-s, --spaces
Umbruch bei Leerzeichen
-w, --width=BREITE
benutze BREITE Spalten anstatt 80
--help
gib eine kurze Hilfe aus und beende das Programm
--version
gib Versionsinformation aus und beende das Programm
In diesem Fall habe ich den Befehl übrigens für die Aufbereitung von Dummy-Texten benötigt, mit denen ich anschließend die Performance der Indexgenerierung der Lucene-Implementierung des Zend-Frameworks in Zusammenhang mit einem Projekt getestet habe. Dazu habe ich Texte des Project Gutenberg von Sonderzeichen und Leerzeilen befreit, um sie anschließend in die Datenbank zu importieren.
Für die Entfernung von Sonderzeichen und Zeilenumbrüchen, eignet sich im Übrigen der Befehl „tr“. So lassen sich zum Beispiel alle Zeilenumbrüche wie folgt entfernen (also durch Leerzeichen ersetzen):
tr \\n ' ' < in.txt > out.txt
Im Gegensatz zu grafischen Editoren, wie gedit oder Geany, die etwas zäh oder unerwartet reagieren, bekommt man auch keine Probleme, wenn sich der Inhalt einer mehreren Megabyte großen Textdatei in einer einzelnen Zeile befindet.
Es wird übrigens wirklich Zeit, dass die eBook-Hardware ihren Kinderschuhen entwächst. Die freien elektronischen Bücher des Project Gutenberg sind nämlich eigentlich viel zu schade, um sie als Dummy-Texte zu missbrauchen. Zumal viele bereits im EPUB-Format vorliegen.