Willst Du mein Geld – will ich Dein Geld

13.04.2011 Netz und Web Kommentieren

Die neu gegründete „Deutsche Content Allianz will die Netzbetreiber in die Pflicht nehmen“, ist bei heise online in einem länglichen Artikel zu lesen. Da es um nicht weniger als die Existenz, der am Hungertuch nagenden, Content-Wirtschaft geht, darf natürlich nicht das übliche Gejammer über die Raubmordkopierer fehlen und die Formulierung „Rechtsfreier Raum“ ist selbstverständlich auch nicht weit. Man macht sich also in illustrer Runde (Vertreter von Rundfunk, Musikindustrie, Buchhandel, Filmwirtschaft und GEMA) fleißig Gedanken darüber, wie man die aufwändig und teuer produzierten, vielleicht sogar hochwertigen, Inhalte bloß nicht unter Preis an den Verbraucher bringen kann. Dazu will man den Kreis der Zahlungspflichtigen ein wenig ausdehnen und so äußert GEMA-Vorstandsvorsitzender Dr. Harald Heker die glorreiche Idee: „Auch Provider, die sehr viel Geld verdienen mit den Inhalten, die auf ihren Datenautobahnen kursieren, müssen herangezogen werden.“. Moment … der Mann will tatsächlich bei den Netzbetreibern kassieren, die ihrerseits gerade am Ast der Netzneutralität sägen, um zusätzliches Geld bei den Content-Anbietern kassieren zu können? Man darf gespannt sein, wer die größeren schwarzen Köfferchen bei den politischen Entscheidern in der Empfangshalle stehen lässt und damit am Ende den anderen zur Kasse beten darf. Aber davon abgesehen ist die von Heker geäußerte Sicht der Dinge schon sehr bemerkenswert. Wann werden sich die Versandhändler zu Wort melden und vorschlagen, dass Speditionen und Paketdienste dafür zahlen sollen, dass sie ihre kostbaren Waren transportieren dürfen? Schließlich verdient man in der Logistikbranche ja auch Geld.

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