Blog günstig abzugeben

17.01.2009 Netz und Web 3 Kommentare

Ein kurzer Streifzug durch einige Blogs mit Kommentaren zum Verkauf von „Basic Thinking“ zeigt, dass es durchaus unterschiedliche Meinungen zur Höhe des erzielten Preises (46.902 Euro) gibt. Während die einen es als ordentliche Summe auffassen (was es aus dem Kontext losgelöst ja auch ist), zeigen sich andere eher enttäuscht. Ich bin in Anbetracht des Bekanntheitsgrades von „Basic Thinking“ und dessen Präsenz in Suchmaschinen und allgemein im Web, schon etwas verwundert und zähle mich eher zu letzteren. Ob knapp 46.000 Euro (das bekannte Internetauktionshaus möchte ja auch seinen Teil vom Kuchen bekommen) ein angemessener Betrag für – in drei Jahren fleißig zusammengebloggtes – mehr oder weniger sinnvolles Text-, Bild-, Ton- und Video-Material ist, muss jeder für sich beurteilen. Die durch das ZDF festgehaltene Freude von Robert Basic, scheint mir jedoch etwas verhalten.

Das Problem mit dem Wert eines Blogs liegt wohl zum Teil darin begründet, dass sich der Erfolg eines Blogs anhand der Größe der Stammleserschaft und der damit indirekt zusammenhängenden Verlinkung durch andere Blogs bemisst. Stammleser werden aber blind für Werbeanzeigen und über die Kommentarfunktion lassen sich auch keine umfangreichen Kontaktdaten sammeln (zumindest würde wohl der Versuch verwertbare Daten zu sammeln, die Anzahl der Kommentare erfolgreich auf einen Wert nahe Null reduzieren). Andere Blogger, welche sich auf den Inhalt eines Artikels beziehen, sind noch stärker auf den Inhalt fokussiert und dürften noch weniger auf Werbung klicken. Hinzukommt außerdem noch, dass viele Abonnenten von Fullfeeds die Webseite gar nicht erst besuchen.

Ein weiterer Aspekt der die Einzigartigkeit und damit den Erfolg eines Blogs ausmacht, ist die persönliche Note. Blogs behandeln Themen die eine konkrete Person interessieren und in den Artikeln sind in der Regel Meinungen und Wertungen zu finden oder der Inhalt bezieht sich grundsätzlich auf ein persönliches Thema. Themenblogs die sich möglichst objektiv und umfangreich mit einem Themenbereich auseinandersetzen, gleichen meiner Meinung nach eher Newsseiten oder Magazinen, die sich lediglich der Technik von Blogs bedienen. Bei „echten“ Blogs spielt hingegen entweder die Persönlichkeit des Bloggers, der individuelle Schreibstil oder die persönliche Themenauswahl eine wichtige Rolle und machen damit den Wert aus.

Auf den Fall „Basic Thinking“ bezogen bedeutet es eben, dass die Domain und das Blog ohne Robert Basic wesentlich weniger wert sind. Ich würde vermuten, dass Blogs wie Macnotes oder Netbooknews (ehemals Eee PC News) für einen weit höheren Betrag den Besitzer wechseln würden, da hier die möglichst objektive Berichterstattung im Vordergrund steht und sie somit losgelöst von einer bestimmten Person(engruppe) funktionieren. Allerdings ist die Frage, ob diese Seiten wirklich als Blog im engeren Sinne einzustufen sind. Letztendlich sind 46.000 Euro dann vielleicht doch ein ordentlicher Betrag für das meistverlinkte Blog Deutschlands.

Kommentare

» Basti am 2. Februar 2009

Ich weiss nicht was alle erwartet haben, das hier ist good poor Germany und nicht Amerika wo man mit einem Blog durchaus auch Millinär werden kann!

» Karsten am 2. Februar 2009

Also mit höheren sechsstelligen Beträgen habe ich auch nicht gerechnet. Wenn man allerdings bedenkt wie Blogs teilweise gehypt wurden/werden, hätte ich schon gedacht, dass die 100.000er-Marke gebrochen würde.

» Patrick Logitech am 15. Juli 2009

Guter Ansatz – denke auch in diese Richtung

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