User-Agents und Konsumverhalten

04.03.2010 Allgemein Kommentieren

Wer hinter der Überschrift eine detaillierte wissenschaftliche Abhandlung über den Zusammenhang zwischen Browsernutzung und dem Kaufverhalten in Onlineshops vermutet hat, wird vermutlich etwas enttäuscht.

Der eine oder andere dürfte Kunde bei dem als Buchhändler gestarteten Online-Versandhändler sein, der unter anderem auch für die detaillierte Auswertung des Kaufverhaltens bekannt ist. Dass die „Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch“-Funktion manchmal gesellschaftskritische Züge annehmen kann, zeigt sich bei der Betrachtung diverser amerikanischer Sportgeräte, namentlich Baseballschläger.
Jenseits dieser Kuriositäten bringt die Funktion zwar oft genug hilfreiche Anregungen hervor und auch die Empfehlungsmails halten hin und wieder brauchbare Buchtipps bereit. Allerdings dürfte das Unternehmen damit dem erweiterten Kreis derer angehören, auf die sich die erst kürzlich geäußerte – angesichts Vorratsdatenspeicherung und ELENA allerdings doppelzüngig wirkende – Kritik von Bundesverbraucherschutzministerin und Bundesinnenminister bezieht.

Okay, eigentlich hätte ich an dieser Stelle auf die Kritik echter Datenschützer hinweisen sollen, aber es macht sich doch immer ganz gut den Bezug zu einem aktuellen Thema herzustellen.

So umfangreich die Datensammlung und -auswertung des Online-Versandhändlers jedoch wirkt, sie scheint auch ihre Grenzen zu haben. Eine kürzlich erhaltene Empfehlungsmail zeigt mir, dass man bei der Auswertung des Konsumverhaltens keinen Bezug zwischen dem User-Agent und den Interessen des Kunden herstellt. Andererseits hätte man vielleicht festgestellt, dass ich vermutlich äußerst wenig Interesse an dem mir vorgeschlagenen Buch „Windows 7 Home Premium Tricks: Kompakt, komplett, kompetent“ von Günter Born haben dürfte. Ich kann mich jedenfalls nicht daran erinnern, in den letzten zwei Jahren mit meiner virtuellen Windows-Test-Maschine ein Buch bestellt zu haben. Vielleicht ist aber das ausschließliche Auftreten von Linux und Mac OS im User-Agent-String für Marketingexperten noch kein Hinweis auf die Betriebssystempräferenzen. Außerdem könnte ich ja wieder umsteigen wollen. Hahaha … der war gut.

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